Übersicht Einzelprojekte

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Schaffung von klimafreundlicher Mobilität durch Aufwertung des Radverkehrs

Das Projekt „Auf Straubings grünen Wegen“ zielt darauf ab, dass der steigende Individualverkehr durch ein attraktives Radangebot auf klimafreundliche Mobilität per Rad umgelenkt wird. Das Modell basiert auf vier Säulen, die aufeinander abgestimmt zu einer deutlichen Aufwertung des Radverkehrs in Straubing führen:

  • Ausbau und Komplettierung des bestehenden Radwegenetzes entsprechend dem Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Straubing.
  • Verbesserung der Wegequalität hinsichtlich Sicherheit, Durchgängigkeit, Barrierefreiheit und Bauzustand (v. a. Allachbachradweg als wichtigste Erschließungsachse). Optimierung der Radrouten mit attraktiver Routenführung „auf grünen Wegen“ und Freiraumgestaltung.
  • Verbesserung im Service. Einrichtung eines öffentlichen Fahrradverleihsystems für Pendler, Bürger, Touristen und Besucher des Campusgeländes. Einrichtung von „Bike&Ride“- und „Park&Ride“-Punkten sowie Fahrradstationen an zentralen Verkehrsknoten- und Zielpunkten mit dazugehörigen Serviceleistungen. Vernetzung der Straubinger „Points of Interest“ durch eine gut ausgeschilderte Fahrradroute.
  • Schaffung eines fahrradfreundlichen Klimas durch Information zum Projekt „Auf Straubings grünen Wegen“. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikations- und Marketingmaßnahmen unter Einbezug aller Medien (Presse, Internet etc.) zur Bewerbung der Maßnahmen. Einbezug des Kooperationspartners „KoNaRo“ mit NAWAREUM als Multiplikator.

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Maßnahmen zum Radwegenetz-Ausbau

Das Projekt „Auf Straubings grünen Wegen“ zielt darauf ab, dass der steigende Individualverkehr durch ein attraktives Radangebot auf klimafreundliche Mobilität per Rad umgelenkt wird. Ein wichtiger Grundstein dafür ist der Ausbau und die Komplettierung des bestehenden Radwegenetzes entsprechend dem Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Straubing. Zentrale Maßnahme im Konzept ist der Ausbau des Allachbachradweges. Um dieses Ziel zu erreichen sind im Gesamtprojekt fünf Einzelmaßnahmen vorgesehen:

  • Tieferlegung des Radweges zwischen Bahnunterführung und Hermann-Stiefvater-Ring mit behindertengerechter und barrierefreier Anpassung der vorhandenen Anschlüsse
  • Umbau des Radweges bei der Unterführung Markomannenstraße mit Herstellung von barrierefreien Anschlüssen
  • Tieferlegung des Radweges unter der B8
  • Verlegung des Radweges westlich der B8 und Herstellung einer behindertengerechten sowie barrierefreien Längsneigung
  • Anschluss des Wohn- und Gewerbegebietes "Am Kronsteig" über einen Abschlussweg und eine Brücke (bereits abgeschlossen)

Maßnahmen zur Verbesserung der Wegequalität

Ziel ist, die Sicherheit für Radfahrer durch eine zeitnahe Umsetzung des Maßnahmenpakets zu erhöhen und mit „einem Schlag“ die Radfahrachse „Allachbach“ durchgehend barrierefrei umzugestalten. Um dieses Ziel zu erreichen sind im Gesamtprojekt verschiedene Einzelmaßnahmen vorgesehen:

  • Verbreiterug des Radweges vom Anschluss Auerstraße bis Asamstraße
  • Behindertengerechter und barrierefreier Umbau des Anschlusses Asamstraße
  • Verbreiterung des Radweges von der Asamstraße bis zum Anschluss Freibad

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Schaffung von Fahrradabstellanlagen und Fahrradstationen

Die Vernetzung wichtiger Orte im Stadtgebiet soll durch den parallelen Aufbau von hochwertigen und funktionellen Fahrradabstellanlagen mit Fahrradverleihangebot unterstützt werden. Die Ausstattung der einzelnen Stationen mit zugehöriger Infrastruktur wie z. B. Ladesäulen oder auch Fahrradboxen kann dabei je nach Standort variieren.

Eine zusätzliche Fahrradstation wird am Bahnhof Straubing eingerichtet. Das Bahnhofsareal spielt als wichtiger Mobilitätsknoten, aber auch aufgrund der städtebaulichen Wichtigkeit als „Einfallstor“ zur historischen Innenstadt, eine besondere Rolle. Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus sowie des Neubaus der Bahnunterführung möchte die Stadt Straubing daher ein umfassendes Projekt mit dem Titel „Bike&Ride-Anlagen Bahnhof Straubing“ umsetzen.

Das Projekt umfasst eine verkehrstechnische Neuordnung von Fußgänger- und Radfahrerströmen, eine städtebauliche Aufwertung als moderner Verkehrsknotenpunkt insbesondere im Hinblick auf den Fahrradverkehr sowie Investitionen in begleitende Infrastruktur, wie z. B. Ladestationen, Fahrradboxen und moderne Fahrradabstellanlagen für eine steigende Zahl von Nutzern.

Vorgesehen ist in Absprache mit der Deutschen Bahn, eine Aufwertung und Neugestaltung der bestehenden Radabstellanlagen. Geplant ist die Schaffung von Fahrradabstellanlagen für ca. 330 Fahrräder. Dies soll mithilfe moderner Doppelstockparker mit Witterungsschutz sowie 9 Fahrradboxen mit integrierter Lademöglichkeit umgesetzt werden. Auch am Bahnhof wird eine Station des Fahrradverleihsystems eingebunden.

Einführung eines Fahrradverleihsystems mit Verleihstationen

Öffentliche Fahrradverleihsysteme sind Teil einer modernen kommunalen Mobilitätsstrategie. Deshalb will die Stadt Straubing wichtige Zielpunkte und POI durch den parallelen Aufbau eines innovativen Bike-Sharing-Modells vernetzen. Das fahrradfreundliche Mobilitätskonzept der Stadt Straubing wird durch die Verleihstationen sowie flankierende Marketingmaßnahmen weithin sichtbarer. Das Fahrrad, das als Imageträger positiv besetzt ist, wird als trendige, gesunde und günstige Alternative gegen Stau und Parkplatzmangel wahrgenommen.

Die Fahrräder werden in Straubing in einem „stationsbasierten System“ entliehen. Dabei stehen die Fahrräder an festen Stationen, die zur besseren öffentlichen Wahrnehmung mit einem Terminal oder SmartSign gekennzeichnet sind. Die Fahrräder können in jeder Station Straubings zurückgegeben werden. Buchung, Entsperrcode-Übermittlung und Bezahlung erfolgt über eine Smartphone-App, bei der nach einmaliger Registrierung deutschlandweit Fahrräder des Betreibers entliehen werden können.

Für die Stadt Straubing sind neun Verleihstationen mit insgesamt 50 Fahrrädern geplant. Die genaue Verteilung der Fahrräder und die Ausgestaltung der Stationen sind im weiteren Projektverlauf mit dem Betreiber vor Ort zu klären. Gegebenenfalls kann das System um andere Fahrradarten (z. B. Pedelecs, Lasten- oder Kinderfahrräder) erweitert werden.

Einführung von Fahrradrouten und Radwegebeschilderung

Um die POI miteinander zu verbinden, ist die Schaffung von insgesamt acht Fahrradrouten durch Straubing mit einer entsprechenden Radwegebeschilderung geplant sowie zusätzliche Informationssäulen, die nähere Angaben über die Radrouten und das Projekt „Auf Straubings grünen Wegen“ geben.

Durch die geografische Verbindung von Fahrrad-Hotspots wie Verkehrsknotenpunkten, touristischen Zielen, aber auch den Zukunftsthemen der Stadt (z. B. Universitätsstadt, Region der NaWaRo) und eine städtebaulich ansprechende Umsetzung, wird dem Radverkehr auch ein nach außen hin deutlich sichtbarer, höherer Stellenwert eingeräumt. Auf "Straubings grünen Wegen" werden folgende wichtige Zielpunkte durch eine optimale Radwegeinfrastruktur verbunden:

  • Historische Innenstadt
  • Bahnhof Straubing
  • Großparkplatz Am Hagen
  • Tiergarten Straubing
  • Zweckverband Hafen Straubing-Sand mit Biocampus und Biocubator
  • Campus, KoNaRo inkl. Hochschule und NAWAREUM
  • Klinikum Straubing und historischer Friedhof Sankt Peter
  • Wohn- und Gewerbegebiet „Am Kronsteig“ in Alburg
  • Aquatherm (Hallenbad, Freibad)

Dazu kommen noch weitere touristische Sehenswürdigkeiten und Anlaufpunkte, die ebenfalls entlang des Radweges liegen. Hier seien die historische Stadtmauer, das Herzogsschloss, die neue Schiffsanlegestelle oder auch der Römerpark exemplarisch genannt.

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Wissenschaftliche Begleitung und Monitoring des Förderprojekts

Das begleitende Monitoring von „Auf Straubings grünen Wegen“ umfasst die Faktoren „Wirksamkeit der Maßnahmen“, „Wahrnehmung der Maßnahmen“ und „Medienpräsenz“.Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll anhand mehrerer Indikatoren wie z.B. der Verkehrsmittelwahl der Verkehrsteilnehmer in Straubing (Modal Split, Anteil Radverkehr), der Treibhausgas-Einsparung durch gesteigerten Radverkehr sowie der Nutzungshäufigkeit, -dauer und -zweck der Leihfahrräder erfasst werden. Zusätzlich soll die Wahrnehmung des Vorhabens sowie der dabei durchgeführten Einzelmaßnahmen, der Radverkehrsinfrastruktur in Straubing generell und des Radfahrklimas in der Stadt mithilfe der folgenden Methoden erfasst werden.

Erfassung der Wirksamkeit der Einzelmaßnahmen:

  • Kontinuierliche automatisierte Rad- und Fußverkehrszählungen mittels fünf Bike-Counter. Diese zählen an relevanten Stellen den Rad- und Fußverkehr. Dadurch können längerfristige Entwicklungen des Fuß- und Radverkehrs, unabhängig von temporären Schwankungen, erfasst werden.
  • Punktuelle Verkehrszählungen. Dabei kann der Radverkehr, der nicht über die kontinuierlichen Zählstellen fließt und zusätzlich auch der Kraftfahrzeugverkehr erhoben werden (z. B. zur Erfassung von Pendlerströmen).
  • Nutzungsdaten der Leihfahrräder (z. B. Nutzungshäufigkeit und Leihdauer, gefahrene Wegstrecken und Routen etc.). Diese Daten werden beim Ausleihen der Fahrräder automatisch erfasst und werden regelmäßig, auch über den Bewilligungszeitraum hinaus, ausgewertet.
  • Online-Befragungen zum Mobilitätsverhalten bzw. zur Verkehrsmittelwahl, z. B. bei Studenten und Beschäftigten des KoNaRo, bei Beschäftigten der Stadt und des Landkreises, bei Lehrern und Schülern verschiedener Schulen, bei größeren Firmen und sonstigen Einrichtungen (z. B. Klinikum etc.). Hierbei sollen Änderungen im Mobilitätsverhalten festgestellt werden.
  • Terminalbasierte Befragungen an ausgewählten Standorten mit Hilfe von dauerhaft installierten Befragungsterminals. Der Vorteil der terminalbasierten Befragungen ist, dass hierbei auch Personen angesprochen werden, die nicht mit den Online-Umfragen erreicht werden. Zudem kann eine längere und genauere bzw. feiner aufgelöste zeitliche Entwicklung des Verkehrsteilnehmerverhaltens bzw. deren Wahrnehmung erfasst werden.
  • App-basierte Befragung zur Zufriedenheit über den Radverleih bei der Nutzung der Leihfahrräder. Die kurze Befragung erfolgt nach Beendigung des Leihvorgangs oder auch im Rahmen der neuen Radl-App von „Auf Straubings grünen Wegen“.
  • Begleitende Studien- und Abschlussarbeiten von Studenten. Hier soll im Rahmen der Vorlesung „Verbraucherverhalten“ des Lehrstuhls Marketing im Studiengang Nachwachsende Rohstoffe in Straubing das Thema Radverkehr mit Bezug zu den Straubinger Aktivitäten der Radverkehrsförderung wissenschaftlich beleuchtet werden.

Erfassung der Wahrnehmung der geplanten Maßnahmen und Auswertung der Medienpräsenz:

  • Online-Befragungen hinsichtlich der Wahrnehmung
  • Studien- und Abschlussarbeiten von Studenten
  • Experteninterviews mit regionalen und überregionalen Fachleuten im Rahmen von Workshops und Veranstaltungen sowie innerhalb der projektbegleitenden Arbeitsgruppen
  • Jährliche Auswertung des ADFC-Fahrradklimatests
  • Jährliche Auswertung der Rückmeldungen von Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ oder „Stadtradeln“
  • Analyse von aktiven Rückmeldungen aus der Bürgerschaft oder von Gästen auf Internetseiten oder auch Veranstaltungen durch kontinuierliche Erfassung, Beantwortung und Auswertung
  • Auswertung der Besucherzahlen auf der Projekt-Homepage
  • Auswertung der Medienberichterstattung

Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit

    Die Stadt Straubing wird die Investitionen in eine neue Radfahrkultur durch verschiedenste Informations- und Kommunikationsmaßnahmen begleiten. Dazu sollen spezifische Informationen zu Radverkehrsangeboten für die folgenden Zielgruppen geschaffen werden:

    • Schüler und Studenten
    • Senioren
    • Mitarbeiter und Besucher des Campusareals, des Klinikums etc.
    • Straubinger Bürgerschaft und Bürger aus dem Umland
    • Tagesbesucher, Radwanderer, Touristen
    • Freizeitradler mit naturkundlichen oder kulturellen Interessen

    Als konkrete Umsetzungsbeispiele seien hier die Neuauflage inkl. Neugestaltung der Fahrrad- und Freizeitkarte sowie verschiedene touristische Informationsmaterialien genannt. Hinzu kommen Info-Flyer und Plakataktionen, die den Radverkehr an sich, insbesondere auch bei der Straubinger Bevölkerung, attraktiver machen werden. Die komplette Marketingkampagne erfolgt dabei aus einem Guss innerhalb eines eigenen Marketingkonzeptes. Dieses wird in das neue Marketingkonzept der Stadt Straubing eingebettet, welches sich derzeit in der Neustrukturierung befindet. Zudem werden die innerstädtischen Radwege neu beschildert und vor allem für Touristen und Besucher des NAWAREUMS mit zusätzlichen Informations- und Erlebnispunkten ausgestattet. Hier seien bspw. Der „Geschichtsweg an der Donauuferpromenade“ oder auch der „NAWAREUM-Radweg“ mit Stationen zur nachhaltigen Mobilität genannt.

    Maßnahmen zur Verbreitung und Verstetigung der Projektergebnisse

    Man erhofft sich, dass das Gesamtkonzept auf andere Städte und Gemeinden ausstrahlt, die dann den Radverkehr noch stärker in deren Entwicklungspläne einbeziehen. Aufgrund hoher Gästezahlen in der Stadt durch Campus, NAWAREUM, Touristen etc., die alle dem Radverkehr überdurchschnittlich aufgeschlossen sein sollten, ist hier eine Breitenwirkung auf unterschiedliche Bevölkerungsschichten und das gesamte Bundesgebiet zu erwarten. Straubing eignet sich in idealer Weise als Modellstadt und Multiplikator für nachhaltige Mobilität in Beruf, Alltag und Freizeit, so dass der Beitrag zum Klimaschutz langfristig weit über den hier abgeschätzten Betrag hinausgehen dürfte.

    Zur aktiven Bekanntmachung und Verstetigung der Ergebnisse von „Auf Straubings grünen  Wegen“ sind unter anderem folgende Maßnahmen angedacht:

    • Sonderausstellung zum Fahrradverkehr am neuen NAWAREUM
    • Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger (z. B. Vorträge im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe am KoNaRo, Ortsbegehungen zur Besichtigung durchgeführter Maßnahmen, Bürgerversammlungen usw.)
    • Gesteigerte Medienberichterstattung, z.B. regelmäßige Kolumne im Straubinger Tagblatt oder Wochenblatt und im Internet über Radl-Geschichten aus Straubing oder auch TV- und Radio-Beiträge der Medienpartner, die dieses Projekt mit unterstützen.
    • Exkursionen für Politiker, Entscheidungsträger aus Bund und Länder sowie weitere Institutionen und Bürger zur Besichtigung der einzelnen Maßnahmen
    • Einbindung des Projekts in den Beratungs- und Ausstellungsbetrieb des NAWAREUM
    • Teilnahme der Stadt Straubing an bundesweiten Veranstaltungen bzw. Ausrichtung von solchen Veranstaltungen. Dabei sollen auch Vorträge zum Vorhaben gehalten werden. Bekanntmachung des Projektfortschritts in Gremien und Verbänden, in denen die Stadt Straubing Mitglied ist (z. B. dem Deutschen Städtetag, der AGFK, dem Klima-Bündnis usw.)
    • Bewerbung der Stadt zur Teilnahme an der europäischen Mobilitätswoche